{"id":160,"date":"2020-02-03T20:35:37","date_gmt":"2020-02-03T20:35:37","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--stliches-preuzen-lwb.eu\/?p=160"},"modified":"2020-08-19T18:03:17","modified_gmt":"2020-08-19T18:03:17","slug":"die-hoelle-von-koenigsberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/west-ost-preussen.de\/gb\/ostpreussen\/staedte\/koenigsberg\/die-hoelle-von-koenigsberg\/","title":{"rendered":"Die H\u00f6lle von K\u00f6nigsberg"},"content":{"rendered":"\n<h2>Vom (\u00dcber-)Leben in der Flammenh\u00f6lle und danach<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein monotones Dr\u00f6hnen erf\u00fcllte die Luft in jener Nacht im August 1944. <br>Verdunkelt und still lag die Stadt, erf\u00fcllt von einer gespannten Erwartung auf das Kommende und der Hoffnung es w\u00fcrde nicht so schlimm werden. Man h\u00f6rte erste Pfiffe und das Ger\u00e4usch eines Aufpralls. Pl\u00f6tzlich war die dunkle Stadt erhellt und ein Christbaum ragte in den Himmel auf. Ein zweiter ein dritter Christbaum kamen dazu. Was&nbsp; sich so lyrisch und friedlich anh\u00f6rt war nichts anderes als ein Signalfeuer, was die Royal Airforce Gro\u00dfbritanniens \u00fcber K\u00f6nigsberg abwarf. Diese Christbaumsignalfeuer beleuchteten die B\u00fchne f\u00fcr den nun folgenden Akt. <\/p>\n\n\n\n<p>Es wurden Stab und Brandbomben \u00fcber dem historischen Zentrum abgeworfen; die engen Gassen Kneiphofs fingen sofort Feuer und binnen kurzer Zeit erhellte eine Feuers\u00e4ule, die alles Umliegende in sich einsog den Nachthimmel. Teilweise soll sich der Feuersturm zu einem Orkan gesteigert haben. Kurz darauf begann es Gardinentangen, Fetzen von B\u00fcchern und Zeitschriften zu regnen. Alles, was der Feuersturm verschlungen hatte regnete nun wieder herab. Dazu kamen noch dichte und bei\u00dfende Rauchschwaden die die Atmungsorgane der in Panik fliehenden Menschen reizten. Hugo Linck berichtet davon, dass er f\u00fcnf Menschen rettete die auf einem Kahn stadteinw\u00e4rts trieben. Dabei war die Stadt quasi taghell; erhellt von der unglaublichen Feuerwolke. L\u00f6scharbeiten waren ganz unm\u00f6glich; ein Feuersturm fra\u00df sich durch K\u00f6nigsberg und verschlang alles was die Menschen die hier seit bald 700 Jahren siedelten aufgebaut hatten. 700 Jahre Kultur, Geschichte und etliche tausende Menschenleben l\u00f6schte die RAF in dieser Nacht aus. K\u00f6nigsberg, das einstmals bedeutende Zentrum der Aufkl\u00e4rung, Hauptstadt Ostpreu\u00dfens und 1701 Kr\u00f6nungsstadt des ersten K\u00f6nigs in Preu\u00dfen ging in dieser Nacht unwiederbringlich unter. <br>Dass es Tag wurde, bemerkten die \u00dcberlebenden nicht; der Qualm hatte die ganze Stadt in eine dunkle Wolke geh\u00fcllt die die Sonne nicht durch lie\u00df. Mit einigem Schrecken sahen die Menschen, wie sich Geb\u00e4udefassaden neigten und Feuer aus Kircht\u00fcrmen herausstach. Diese brachen unter Tosen und ohrenbet\u00e4ubenden L\u00e4rm in sich zusammen.<br>Funkenflug, der \u00e4tzende Qualm und der Aschenregen sollten die Augen angreifen und das Sehen f\u00fcr viele Menschen unm\u00f6glich machen, sie mu\u00dften teilweise von Verwandten oder Nachbarn gef\u00fchrt werden, \u00fcber Tr\u00fcmmer und immer in der Angst, dass eine weitere Bombe vor ihren F\u00fc\u00dfen einschlagen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom kulturellen Schaden abgesehen verursachte dieser Angriff unglaubliches humanit\u00e4res Leid. Familien verbrannten j\u00e4mmerlich in den Kellern, Familien wurden auseinander gerissen, Kinder sollten obdachlos durch die Stadt irren. M\u00fctter ihre Kinder suchen und vielleicht auch nie wieder finden. 700 Jahre nat\u00fcrlich gewachsene Kultur verbrannten in einer Nacht.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>  \u201eEs forderte zum Fackeltanze Dich,<br>   Gekr\u00f6nte Vaterstadt der grimme Tod. <br>   Wir sahn von deinem Mantel Dich umloht <br>   Und h\u00f6rten, wie bei deiner Glocken Neigen <br>   Die Glocken sangen Deinen Todesreigen.\u201c  <\/p><cite>Agnes Miegel, &#8220;Abschied von K\u00f6nigsberg&#8221;<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wer diese Feuerh\u00f6lle \u00fcberlebte, sollte bald noch mit einem ganz anderen Problem zu k\u00e4mpfen haben. Unaufhaltsam r\u00fcckten die sowjetischen Truppen n\u00e4her und die Nazis erkl\u00e4rten, ungef\u00e4hr einen Monat vor Kriegsende, als bereits alles verloren war die Stadt K\u00f6nigsberg zur Festung.<br> Was eventuell noch von den Stadtteilen K\u00f6nigsbergs; Kneiphof, Altstadt und L\u00f6benicht \u00fcberlebt hatte an kulturellen Denkm\u00e4lern&nbsp; sollte nun bei dieser sinnlosen Schlacht vollends zerbrechen. Die K\u00e4mpfe dauerten vom 6. bis zum 9. April an. <\/p>\n\n\n\n<h3>In der H\u00f6lle&#8230;<\/h3>\n\n\n\n<p>Lucy Falk, eine deutsche Frau, die bis 1948 in K\u00f6nigsberg blieb und ihr Tagebuch sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte, beschrieb diese neue H\u00f6lle wie folgt; die Menschen versteckten sich in ihren Kellern. Artilleriegeschu\u00df und Bombeneinschl\u00e4ge waren das einzige, was sie von drau\u00dfen h\u00f6rten.Bei jedem Bombeneinschlag br\u00f6ckelte der Putz von den W\u00e4nden; die Angst wie so viele in den Kellern von herabfallenden Steinen versch\u00fcttet zu werden war omnipr\u00e4sent. Das Wimmern der angsterf\u00fcllten Menschen und das Dr\u00f6hnen der Bomber und Sch\u00fc\u00dfe waren die dominierenden Ger\u00e4usche. Bei jedem Treffer des Hauses wackelten die W\u00e4nde und die Angst stieg ins unerme\u00dfliche Kam man aus dem Haus heraus, bot sich einem ein schreckliches Bild; T\u00fcren waren herausgerissen, sofern \u00fcberhaupt noch ein Haus bestand und nicht in sich zusammengebrochen war. Teilweise lagen entwurzelte B\u00e4ume auf der Stra\u00dfe oder wurden durch die Bombenwucht an das ganz andere Ende der Stra\u00dfe geschleudert.<\/p>\n\n\n\n<h3>Die Nachkriegsh\u00f6lle<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 9 April war alles vorbei. Die Sowjets marschierten in die Stadt ein und feierten ihren Sieg. Im Freudentaumel wurden auch viele Frauen und M\u00e4dchen vergewaltigt, eine Folge der Belagerung Leningrads und dem Massaker bei Stalingrad, wo deutsche Soldaten r\u00fccksichtslos einmal eine ganze Stadt auszuhungern versuchten und das andere Mal Stalingrad in ein Gemetzel rissen. Von den Hungertoten in der Ukraine mal ganz abgesehen und den anderen Gr\u00e4ueltaten der Nationalsozialisten auf ihrem Weg nach Osten. Einige Sowjetsoldaten denen kein Fronturlaub verg\u00f6nnt war, waren Opfer der Verrohung eines unmenschlichen &#8211; vom deutschen Reich entfesselten &#8211; Krieges geworden, so dass sie auch alle ihre Ideale verga\u00dfen und nur noch den T\u00e4ter im Deutschen sahen. Auch diesen Aspekt mu\u00df man ber\u00fccksichtigen, wenn man von den Gr\u00e4ueltaten der roten Armee spricht; viele der Soldaten waren Wochen, monatelang unterwegs. Auf ihrem Weg durch Gebiete die sich die Deutschen zu eigen machten, sahen sie das Grauen was die Deutschen dort angerichtet hatten; Kinder und ihre M\u00fctter wurden brutalst massakriert; einige Deutsche lebten hier ihre sadistischen und menschenverachtenden Phantasien ungeniert aus, manch einer von ihnen hielt diese \u201eVergn\u00fcgungen\u201c in einem Fotoalbum fest, mit der \u00dcberschrift \u201eSpa\u00df an der Ostfront\u201c. Verrohung auf beiden Seiten. Angestachelt wurden die sowjetischen Soldaten au\u00dferdem durch die Kriegs, und \u2013 Durchhaltepropaganda aus der Sowjetunion, die den Deutschen als Bestie in Menschengestalt erscheinen lie\u00df und unverhohlen zu Rache aufrief. Ein Unrecht rechtfertigt nie ein anderes Unrecht und doch sind dies mit ziemlicher Sicherheit Gr\u00fcnde die zu einer Eskalation der sowjetischen Soldaten f\u00fchrten. Hier soll nichts entschuldigt oder gerechtfertigt werden, doch sind der Wechsel der Perspektive in der Geschichtsschreibung durchaus hilfreich um etwas zu verstehen. Verstehen, nicht guthei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sowjets besetzten die Stadt am 6. April. Am 9. Mai kapitulierte Hitlerdeutschland bedingungslos.<br>Die noch verbliebene Zivilbev\u00f6lkerung wurde von den Sowjets gebraucht um die Stadt aufzur\u00e4umen und die Ordnung wiederherzustellen. In Jalta hatte man beschlo\u00dfen Stalin das n\u00f6rdliche Ostpreu\u00dfen mit K\u00f6nigsberg als Kriegsbeute zu \u00fcberlassen, darum sah der Plan vor, die Deutschen f\u00fcr Aufr\u00e4umarbeiten oder andere Arbeiten einzusetzen und sobald diese \u00fcberfl\u00fc\u00dfig geworden waren auszuweisen. Um die Jahre 1948\/49 sollte auch der letzte Deutsche aus K\u00f6nigsberg\/Ostpreu\u00dfen ausgewiesen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit bis dahin gestaltete sich sehr schwierig; zwar war\nder Krieg mit Waffen vorbei, doch nun begann der neue Krieg f\u00fcr viele Deutsche;\nder Krieg ums \u00dcberleben. N\u00e4chtens schleichen Diebe und R\u00e4uber durch das\nzerst\u00f6rte K\u00f6nigsberg; sie gehen in die ausgebombten H\u00e4user oder in die H\u00e4user\ndie verlassen dort stehen, um zu klauen was noch zu tauschen sein k\u00f6nnte.\nTeilweise sind es Deutsche, teilweise Russen die in den Stuben nach wertvollem\nsuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Bewohner in sein Haus zur\u00fcckfand, konnte es sein,\ndass er eine aufgebrochene Wohnungst\u00fcr vorfand (oder gar keine mehr), die\nPolster wom\u00f6glich aufgeschlitzt waren, weil jemanden Stoff ben\u00f6tigte. B\u00fccher\nund Akten konnten durchw\u00fchlt liegen, das gesamte Haus oder die gesamte Wohnung\nausger\u00e4ubert, bis auf die Dinge die zu schwer zum mitnehmen waren, wie schwere\nTische oder St\u00fchle. Alles was man wegtragen konnte trug man auch weg. Die\nWohnung glich einem gespenstisch leeren Ort, den jemand vergessen hatte-\nsogenannte vergessene Orte. Eine postapokalyptische Vision, die f\u00fcr viele\nRealit\u00e4t war.&nbsp; Die meisten wollten nicht\ndar\u00fcber nachdenken, wenn sie ihr zuhause so wieder vorfanden, man wollte nicht\nan die gl\u00fccklichen Zeiten vor 1933 zur\u00fcckdenken, als K\u00f6nigsberg noch intakt\nwar, die Menschen die man kannte noch lebten und dieses Grauen in keiner Weise\nabsehbar war. Die Menschen lebten im Jetzt und mu\u00dften jeden Tag um ihr\n\u00dcberleben k\u00e4mpfen, die neuen Machthaber gaben f\u00fcr 8 Stunden Arbeit 400 Gramm\nBrot am Tag (die Rationen waren auch im Westen des ehemaligen Reichs nicht\nbesser).<\/p>\n\n\n\n<p>Es konnte auch sein, dass die Menschen die durch die\nH\u00e4userruinen zogen noch nach Lebensmitteln suchten; zum Beginn der sowjetischen\nBesatzung bestanden hier tats\u00e4chlich gro\u00dfe Chancen noch Lebensmittelvorr\u00e4te in\nzerbombten oder verlassenen H\u00e4usern zu finden, doch nach zwei oder drei Monaten\nbrachte die Suche in alten H\u00e4usern leider auch nicht mehr allzuviel.<\/p>\n\n\n\n<p>Es begann die Sowjetisierung; das bedeutet, dass die H\u00e4user\nenteignet wurden und die Menschen, die eventuell das Gl\u00fcck hatten eine noch\nintakte Wohnung zu besitzen diese an die Sowjets abgeben zu m\u00fc\u00dfen. Sobald ein\npaar sowjetische Soldaten kamen und die Zimmer mit den Augen ausma\u00dfen, wu\u00dften die\nWohnungsbesitzer bereits was ihnen bl\u00fchte. Nach ein oder zwei Tagen war es dann\nauch tats\u00e4chlich soweit; die Menschen mu\u00dften ihre Wohnung r\u00e4umen. Verlust\u00e4ngste\nwaren allgegenw\u00e4rtig, auch dies ein Grund daf\u00fcr, dass die Menschen nur von\neinem zum n\u00e4chste Tag dachten.<\/p>\n\n\n\n<p>So entstanden Notgemeinschaften auf Dachb\u00f6den oder in\nKellern. Manchmal waren zehn oder zw\u00f6lf Leute, manchmal vielleicht sogar noch\nmehr in einer solchen Notgemeinschaft untergebracht. Die Menschen hatten so gut\nwie alles verloren; Koffer wurden geraubt und wer beim Verlassen seiner\nUnterkunft zwei Kleider \u00fcbereinander trug hatte Gl\u00fcck, denn er hatte zwei,\nw\u00e4hrend die meisten Menschen nur noch eins besa\u00dfen. Den M\u00e4nnern wurden ihre\nAnz\u00fcge abgenommen und durch Lumpen ersetzt; man munkelte je sch\u00e4biger der\nLumpen desto edler mu\u00dfte der Anzug gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer solchen Notunterkunft konnten Streitigkeiten um eine simple Kartoffel entbrennen, ein Indikator daf\u00fcr, wie gro\u00df die Not und Verzweiflung sein musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zuzug aus der Sowjetunion nahm immer mehr zu und immer mehr Arbeiten die die Deutschen bis dato leisten mussten wurden nun von den Sowjets geleistet, sukzessiv wurden die Deutschen aus ihrer Heimat gedr\u00e4ngt. Als vielen dies gewahr wurde, ging die Angst um; ohne Arbeit kein Essen. Die gemeinsame Solidarit\u00e4t war gefragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Arbeit m\u00fcssen die Deutschen sich v\u00f6llig anderen Berufen anpassen, als die sie gelernt haben. So musste ein Mittelschulrektor Holz f\u00fcr das Krankenhaus hacken, eine sehr gern getane Arbeit, denn diese Arbeit brachte betreffende Person in die N\u00e4he der Krankenhausk\u00fcche, was eventuell eine kleine Extraration zu seinem Brot bedeuten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Winter 1945 starben viele Deutsche an Unterern\u00e4hrung; der Typhus machte sich breit, bis zu 2000 Infizierte alleine in einem Krankenhaus, der Grund hierf\u00fcr war die Mangelern\u00e4hrung.<br>Viele Menschen dr\u00e4ngten auch freiwillig ins Krankenhaus, denn dort war es warm, war es beheizt und wenn man ins Krankenhaus aufgenommen wurde, konnte man warmes Essen zu sich nehmen. Viele hofften sogar Fieber zu haben, denn nur wer Fieber hatte galt als krank. <br>Es gab Schwarzm\u00e4rkte wo man alles kaufen und verkaufen konnte, doch professionell organisierte Banden nutzten die Menschenmenge um Taschendiebst\u00e4hle zu begehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch trieb die Verzweifelung und der Hunger, den wir uns heute nicht mehr vorstellen k\u00f6nnen, die Menschen zu grausigen Taten. So wurde im Winter 45\/46 auf dem Luisenmarkt festgestellt, dass Klopse aus K\u00f6nigsberger B\u00fcrgern hergestellt worden sind. Die Angst vor dem Hungertod trieb die Leute in den Kannibalismus.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen machten Ger\u00fcchte \u00fcber Schiffe aus dem Reich die Runde, die die verbliebenen Landsleute wieder abholen sollten, doch nichts geschah. Ger\u00fcchte ersetzen die Zeitung; gedruckte Medien gab es nicht mehr. Keiner hatte die Zeit, die Mu\u00dfe und vor allem die Kraft sich mit den Geschehnissen in der Welt auseinanderzusetzen. Die verbliebenen K\u00f6nigsberger waren von Informationen komplett abgeschnitten. Das Leben gin gweiter Tag f\u00fcr Tag. Tag f\u00fcr Tag wurde der Zuzug aus der Sowjetunion immer st\u00e4rker und die Deutschen f\u00fchlten, dass sie in ihrer Stadt nicht mehr erw\u00fcnscht waren. F\u00fcr sowjetische Kinder gab es hervorragenden Schulunterricht.&nbsp; <br>Die Menschen die noch da waren wurden versetzt; von Aufr\u00e4umarbeiten optimalerweise in ihren alten Beruf zur\u00fcck oder als Pfleger ins Krankenhaus. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Weihnachtsfeste fr\u00fcher immer fr\u00f6hlich und ausgelassen waren nun trist und \u00f6de, die Kirchen waren zum Teil zerst\u00f6rt und ruiniert. Das Leben ging unter diesen erschwerten Bedingungen seinen Gang, Tagein Tagaus, viele sollten die endg\u00fcltige Ausreise aus K\u00f6nigsberg, was mittlerweile Kaliningrad hie\u00df nicht mehr erleben; sie starben vor Hunger.  So verlor Lucy Falk auch viele ihr nahestehende Menschen bis f\u00fcr sie schlie\u00dflich der 21. M\u00e4rz 1948 kam. Es ging ein Zug aus K\u00f6nigsberg in das deutsche Kernland zur\u00fcck. F\u00fcr viele hie\u00df dies endlich den Abschied von den schrecklichen Lebensbedingungen und wurde von vielen auch als Entlassung in die Freiheit und in ein besseres Leben empfunden, aber letztlich hie\u00df es auch f\u00fcr jene ein Lebewohl, liebes K\u00f6nigsberg. Viele sahen ihre Heimat nie wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sollten K\u00f6nigsberg nie wieder sehen.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p> \u201eWir wandern fort aus den zerst\u00f6rten Gassen,  <br>  Doch wissen wir , die weinend dich verlassen: <br>  Wenn unsere Augen Dich nie wiedersehen,<br>  Wenn wir vergehen <br>  Mit unserem Blut, mit unserem hab und Gut,- <br>  Da\u00df noch in Dir, o Mutter, Leben ist <br>  Und da\u00df Du, K\u00f6nigsberg, nicht sterblich bist!\u201c &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p><cite>Agnes Miegel, &#8220;Abschied von K\u00f6nigsberg&#8221;<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/west-ost-preussen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/feuersturm.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-912\" srcset=\"https:\/\/west-ost-preussen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/feuersturm.jpg 800w, https:\/\/west-ost-preussen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/feuersturm-300x225.jpg 300w, https:\/\/west-ost-preussen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/feuersturm-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Abb. 1: Friedhof Cranzer Allee f\u00fcr Soldaten und Bombenopfer in Kaliningrad\/K\u00f6nigsberg; Informationstafel des Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e. V.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3><br>Artikelempfehlung:<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-wordpress wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-ostpreussen-039-ostliches-preuzen-039\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"ya1UoS7scr\"><a href=\"https:\/\/west-ost-preussen.de\/buchrezensionen\/eine-lange-flucht-aus-ostpreussen\/\">Buchrezension &#8211; Gunter Nitsch<\/a><\/blockquote><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Buchrezension &#8211; Gunter Nitsch&#8220; &#8212; Ostpreu\u00dfen\/&#039;\u00d6stliches Preuzen&#039;\" src=\"https:\/\/west-ost-preussen.de\/buchrezensionen\/eine-lange-flucht-aus-ostpreussen\/embed\/#?secret=ya1UoS7scr\" data-secret=\"ya1UoS7scr\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><figcaption><a href=\"https:\/\/west-ost-preussen.de\/buchrezensionen\/eine-lange-flucht-aus-ostpreussen\/\">https:\/\/west-ost-preussen.de\/buchrezensionen\/eine-lange-flucht-aus-ostpreussen\/<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Dieser Beitrag setzt sich aus folgenden Quellen zusammen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Falk, L. (1965). <i>Ich blieb in K\u00f6nigsberg<\/i>. (). Ort:Gr\u00e4fe und Unzer<\/p>\n\n\n\n<p>Piper, H. (2019). <em>Der letzte Pfarrer von K\u00f6nigsberg<\/em>. (1.Auflage). Berlin-Brandenburg:be.bra verlag<\/p>\n\n\n\n<p>Miegel, A. (1996). <em>Heimkehr<\/em>. Kalningrad:Jantarnyj Skas Verlag, S.21 f. [Gedicht Abschied von K\u00f6nigsberg-fr\u00fcher erschienen als 1996]<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieck, Audiostation im OL L\u00fcneburg<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Bildnachweise: <\/strong><br>Abb. 1: Friedhof Cranzer Allee f\u00fcr Soldaten und Bombenopfer in Kaliningrad\/K\u00f6nigsberg; Informationstafel des Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e. V.; This file is licensed under the\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/en:Creative_Commons\">Creative Commons<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0\/deed.en\">Attribution 3.0 Unported<\/a>\u00a0license; <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:K%C3%B6nigsberg_Cranzer_Friedhof.jpg\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:K%C3%B6nigsberg_Cranzer_Friedhof.jpg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein monotones Dr\u00f6hnen erf\u00fcllte die Luft in jener Nacht im August 1944.<br \/>\nVerdunkelt und still lag die Stadt, erf\u00fcllt von einer gespannten Erwartung auf das Kommende und der Hoffnung es w\u00fcrde nicht so schlimm werden. Man h\u00f6rte erste Pfiffe und das Ger\u00e4usch eines Aufpralls. Pl\u00f6tzlich war die dunkle Stadt erhellt und ein Christbaum ragte in den Himmel auf. Ein zweiter ein dritter Christbaum kamen dazu. Was  sich so lyrisch und friedlich anh\u00f6rt war nichts anderes als ein Signalfeuer, was die Royal Airforce Gro\u00dfbritanniens \u00fcber K\u00f6nigsberg abwarf. 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